Windenergieanlagen

Von den Anfängen der kommerziellen Windenergienutzung Mitte der achtziger Jahre bis heute konnte die Windenergieanlagentechnik enorme Fortschritte verbuchen, die sich unter anderem in der Größenentwicklung der Anlagen widerspiegelt.
Entwicklung der Windenergie
  80er Jahre 2000 2008
Rotordurchmesser <15m 80m 128m
Nennleistung 30kW 2,5MW 6MW
Anlagen in Deutschland   9.369 ca. 20.000
Installierte Leistung   6.095 MW ca. 23.050 MW

Die Fertigung von Rotorblättern für moderne Windenergieanlagen zählt heute unzweifelhaft zu den - gemessen an der verarbeiteten Masse - großen industriellen langfaserverstärkten FVK-Einsatzgebieten. Mit Ausnahme weniger Einzelfälle wurden für die Rotorblattstruktur bis Ende 2000 bisher vorwiegend UP-GFK eingesetzt, wobei in den vergangenen Jahren zunehmend EP-Matrixsysteme Einzug in den Fertigungsprozess halten. Ebenso ist in der jüngeren Vergangenheit ein klarer Trend von der weitgehend handlaminier-verfahrenstechnischen Fertigung hin zu Tapelege-, Prepreg– oder Vacuum-Infusions-Technologien zu erkennen. Die Gründe hierfür sind neben dem Wunsch nach reproduzierbarer Qualität der Rotorblätter wirtschaftlicher Natur.

Seit Ende 2000 wir indirekt an der Herstellung von Rotorblättern der GE Wind Energy GmbH beteiligt. So werden z.B. Rotorblatt-Holmstege eines bestimmten aRotorblattyps in von uns gefertigten Formen erstellt. Unser Hauptdienstleistungsfeld in diesem Bereich ist jedoch die Wartung und Instandsetzung von Rotorblättern.

Schäden an Rotorblättern

Hauptsächliche Schadenursachen sind neben Konstruktions- und Fertigungsfehlern Überlastung, äußere Witterungseinflüsse sowie mangelhafte Wartung.
Die mögliche Schadenpalette ist umfangreich: Flanschkorrosion, Erosion der Rotorblattvorderkante, UV-Schäden an der Blattoberfläche, strukturelle Risse in den Vorder– und Hinterkanten, Abscheren von Verklebungen im Inneren der Rotorblätter, kapitale Strukturschäden infolge Blitzschlag oder extremen Eisansatzes, Feuer durch mangelhafte oder nicht vorhandene Blitzableitungsfunktion des Rotorblatt-Blitzschutzsystems, ausgeschlagene Lager und Führungen von Tipbremsen oder gar Blattbruch sind nur einige der auftretenden Schadensformen, deren finanzielle Folgen durch eine regelmäßige Wartung und Instandsetzung gering gehalten werden können.

Nicht planbare und planbare Instandsetzung

Besondere Schwierigkeiten ergeben sich immer dann, wenn Reparaturen bei montiertem Rotor in großen Höhen vor Ort durchgeführt werden müssen. Alleine schon auf Grund der nicht oder nur bedingt vorhersagbaren Wetterbedingungen sind derartige Arbeiten in großem Maße nicht planbar. Zudem ist der Schadenumfang bei Anfahrt einer Windenergieanlage in aller Regel nicht bekannt.

Sind Rotorblätter so schwer beschädigt, dass eine Instandsetzung vor Ort technisch unmöglich oder unwirtschaftlich ist, werden die betroffenen Rotorblätter für die Dauer der Reparatur durch Tauschblätter ersetzt und im Rahmen der planbaren Instandsetzung in unseren Werkshallen instand gesetzt.
Hier können sowohl Strukturverstärkungen in hoch belasteten Bereichen als auch die Beseitigung sonstiger Schäden und Mängel unter optimalen Bedingungen durchgeführt werden.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass bisher sämtliche durch uns im Rahmen der planbaren Instandsetzung grundüberholte Rotorblätter keine erneuten Strukturschäden mehr aufweisen.